//

Windenergie in Frankreich

Neue Einspeisevergütung für Windenergie in Frankreich - Bestandsprojekte genießen Bestandsschutz - 9. Januar 2017

 

Das bisher in Frankreich geltende System der Einspeisevergütung für Windenergie hat sich mit der Veröffentlichung eines Dekrets am 14. Dezember 2016 geändert. Für die bisherigen Windkraftprojekte der Leonidas Gruppe werden sich aber keine Änderungen ergeben. Auch die beiden jüngst gekauften, aber noch nicht gebauten Projekte, der Beteiligung Leonidas XVIII (18) sind nicht betroffen.

Die Veröffentlichung eines Dekrets vom 13. Dezember 2016 im französischen Amtsblatt markiert eine neue Episode in der Entwicklung des regulatorischen Rahmens für Windparks.

Nachdem die Europäische Kommission bereits frühere gesetzliche Regelungen in Frankreich in Frage gestellt hatte, hat die Regierung 2016 an neuen Rahmenbedingungen gearbeitet, die jetzt umgesetzt wurden. Von einer Verpflichtung zum Kauf von durch Windenergie produziertem Strom zu einer vertraglich garantierten Vergütung wird nun zu einem System bestehend aus „Marktpreis und Vergütungskomponente“ gewechselt – dies gilt für alle Projekte über 500 kW, die 2016 einen vollständigen Antrag auf einen Stromkaufvertrag gestellt haben. Die Europäische Kommission hat die neue Regelung bereits gebilligt.

Anlagen mit 500 kW oder mehr werden zukünftig ihre Stromproduktion auf dem Markt anbieten und zusätzlich zum Marktpreis eine Unterstützung in Form einer Vergütung erhalten: den sogenannten „complément de rémunération“. Die Maßnahmen umfassen auch einen Kontrollmechanismus um zu vermeiden, dass die Anlagen eine übermäßige Entschädigung erhalten.

Verlängerung des Vorteils des Tarifsystems vom 17. Juni 2014

Das neue Dekret definiert zeitliche Rahmen, in denen eine Übergangsregelung oder aber bereits das neue System gilt: Haben die Energieerzeuger bereits vor dem 1. Januar 2016 einen vollständigen Antrag auf einen Strombezugsvertrag (DCCA) eingereicht oder besitzen sie ein Zertifikat, das die Kaufverpflichtung (CODOA) ab dem 1. Januar 2016 bestätigt, werden die jeweiligen Projekte weiterhin vom seit 2014 bestehenden Tarif profitieren. Laut einem im Mai 2016 veröffentlichten Dekret muss das Projekt allerdings spätestens innerhalb von 3 Jahren nach DCCA oder 18 Monaten nach dem 30. Mai 2016 fertiggestellt sein, es sei denn, die Inbetriebnahme der Anlage verzögert sich aufgrund eines auf der Seite des französischen Netzbetreibers ENEDIS liegenden Problems beim Netzanschluss, Widersprüche gegen Verwaltungsgenehmigungen oder einer Genehmigung des Ministeriums aufgrund höherer Gewalt.

Dekret vom 13. Dezember 2016: was ist neu?

Das Dekret vom 13. Dezember 2016 regelt die Umstellung auf den „complément de rémunération“. Die Produzenten profitieren nicht mehr von einem geregelten Tarif und einem Vertrag, mit dem öffentliche Käufer zur Stromabnahme aus Wind- und erneuerbaren Energieprojekten verpflichtet werden, sondern müssen ihre Produktion entweder direkt auf dem Markt oder über einen sogenannten Aggregator, also einen Vermittler, verkaufen.

Zusätzlich zum Strompreis, den die Produzenten durch den Verkauf am Markt erzielen, wird ihnen eine Vergütung durch Vertrag mit dem öffentlichen Käufer gezahlt, die einen etwaigen Unterschied zum Vergütungsniveau aus dem Jahr 2014 ausgleichen soll. Der Vergütungsvertrag wird für einen Zeitraum von 15 Jahren geschlossen.

2017 soll eine weitere Änderung im rechtlichen Rahmen folgen. Es wird erwartet, dass für Anlagen einer bestimmten Größenordnung ein Ausschreibungssystem für neue Projekte eingeführt wird.

Unsere Rechtsabteilung sowie das Projektmanagement Frankreich der Leonidas Gruppe verfolgt die weiteren Entwicklungen und wird Sie über neue Ergebnisse informieren.

Quellen:

Legifrance.gouv.fr : Arrêté du 13 décembre 2016 fixant les conditions du complément de rémunération de l'électricité produite par les installations de production d'électricité utilisant l'énergie mécanique du vent, 14.12.2016

Les Échos: L’éolien français entre dans une nouvelle ère, 26.12.2016

Zurück